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[ Rezension ] Berte Bratt: Marions glücklicher Entschluss

November 14, 2009 1 Kommentar

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Das Buch fand den Weg zu mir…

Eines der Bücher, die ich von meiner mama übernommen habe. Erschienen ist es im Jahr 1966 im Franz Schneider Verlag. Gelesen habe ich es im Rahmen von Karis SuB-Losverfahren.

Klappentext:

Die Welt in der die 19 jährige Britta lebt, strahlt eine wunderbare Heiterkeit aus. Ein kluger und verständnisvoller Vater; die mütterliche Freundin Tante Edda; die geliebte Kusine Ellen; der Sommergast Bernadette mit der bezaubernden kleinen Lillepus – alle haben ihren Anteil daran. Ein Zufall führt die 17jährige Marion ins Haus. Wie es gelingt, das trotzige und einsame Mädchen, das in schlechter Gesellschaft und auf einen gefährlich abgründigen Weg geraten war, in dies fröhliche und ausgeglichene Leben hereinzuholen, das erzählt Berte Bratt mit einer Spannung, die bis zum letzten Augenblick die Leserin nicht losläßt, und mit viel Wärme und Klugheit, die zu Herzen gehen.

Meine Meinung:

In Norddeutschland auf dem Seehundrücken lebt Britte gemeinsam mit ihrem Vater und ihren Katzen. Sie hat sich im letzten Jahr verlobt und plant eine baldige Hochzeit, als ihr Vater, ein Kunstmaler, einen Auftrag im Saarland annimmt und ihr untersagt für dieses Jahr Sommergäste aufzunehmen. Doch er hat die Rechnung ohne seine Tochter gemacht, die dem Ansinnen einer jungen Frau mit ihrer kleinen Tochter nur zu gern nachkommt. So kommt es, dass nicht nur Tante Edda zu Besuch kommt, sondern auch die junge Mutter Bernadette mit ihrer kleinen Tochter und die Kusine Ellen aus Dänemark. Der Vater sieht es nach seiner Rückankunft gelassen und sie erleben eine fröhliche Zeit, bis Marion auftaucht, die ihr Leben auf den Kopf stellt und der geholfen werden muss.

Bei Berte Bratts Roman handelt es sich um eine Erzählung aus den 60er Jahren. Es ist ein klassisches Mädchenbuch, das zu dieser Zeit sicher in keinem Regal fehlen durfte. Demnach kann man das Buch nicht aus dem Blickwinkel der heutigen Zeit betrachten. Britta ist verständig und ordentlich, liebt es den Haushalt zu führen und steht auf der Schwelle ins Erwachsenenalter. Sie macht keine großen Dummheiten und schafft es ihrem Vater in jeder Hinsicht unter die Arme zu greifen.

Das Mädchen Marion hingegen ist ein Antityp und das genaue Gegenteil von Britta. Sie ist ein einsames Mädchen, aufgewachsen ohne viel Liebe bei Onkel und Tante und durch unglückliche Umstände in schlechte Gesellschaft gelangt. Bei Brittas Familie wird sie mit Zuneigung förmlich erdrückt und lernt langsam aber sicher, dass das Leben nicht nur schlechte Seiten hat und es schön ist, wenn man jemanden hat, der sich um einen kümmert.

Auf knapp 160 Seiten schafft es Berte Bratt die Geschichte wirklich interessant zu erzählen, aber man sollte keinen Tiefgang erwarten. Marions Probleme lösen sich recht schnell in Luft auf, ohne dass man sonderlich viel getan hat. Auf der anderen Seite finde ich den Gedanken, dass man mit ein wenig Zuneigung so viel erreichen kann sehr schön. Das Buch ist eine schöne kurzweilige Unterhaltung, man muss nicht viel nachdenken und bekommt einen kurzen Einblick in die damalige Zeit.

Bewertung:

sternsternsternsterna

SUBgeplänkel

November 23, 2008 2 Kommentare

Auch ich habe einen SUB – den Stapel ungelesener Bücher.

Wenn man ihn sich genauer anschaut, fühlt man sich gleich in die 50er und 60er Jahre zurück versetzt. Was da für Schätze lagern. Wahrscheinlich kommen einige nicht umhin sich zu fragen, ob ich das wirklich alles mal lesen will. Ich sage: Ich weiß es nicht.

Die meisten Bücher auf meinem SUB sind die alten Jugendbücher meiner Mama. Sie hat früher auch gerne und viel gelesen und hat mir, die diese Leidenschaft weitergeführt hat, diese Bücher vermacht. Ich könnte diese Schätze niemals verkaufen, vertauschen oder gar wegwerfen, aber ob ich sie jemals alle lesen werde weiß ich nicht. Sie stehen auch noch alle in meinem Elternhaus und irgendwann werde ich sie mal abholen. Immer wenn ich einige Tage bei meinen Eltern verbringe nehme ich mir eines dieser Bücher vor und lese es. Im Sommer habe ich Nesthäkchen gelesen und Pucki, wobei ich letzteres für fuchtbar befunden habe. Ich weiß schon, warum ich sie nicht als Kind gelesen habe.

Was ich mich bei Betrachtung meines SUBs ebenfalls gefragt habe ist: Gibt es diese Gattung von Büchern noch? Früher nannte der Schneider Verlag sie Mädchenbücher, erkennbar an dem weißen Grundton. Sicher, es gibt noch Bücher für Mädchen, aber nennt man sie auch noch so? Findet man in den heutigen Büchern für Mädchen noch dieses „Heile Welt“-Schema im Internat? Ich glaube nicht. Heutige Bücher dieser Gattung heißen „Hollywood – Geheimnisse“ oder „Mirabella – Cinderella“. Man geht mit der Zeit, nur mein SUB lebt in der Vergangenheit.

Ich für meinen Teil, werde jetzt einen Adventskalender basteln und mal sehen ob ich mit Frau Gabaldon noch warm werde.

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