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[ Rezension ] Isabel Abedi: Isola

Das Buch fand den Weg zu mir…

…mein Freund hatte noch einen Gutschein von buch.de und da ich einen Mindestbestellwert einhalten musste, habe ich zwei Bücher von Frau Abedi bestellt, unter denen sich Isola befand.

Klappentext:

Zwölf Jugendliche. Eine einsame Insel. Drei Dinge, die sie mitnehmen dürfen. Und unzähige Kameras, die sie beobachten…

„Ich hätte weglaufen können. Noch heute spukt dieser Gedanke oft durch meinen Kopf. Ich hätte mich heimlich von der Gruppe entfernen können, genügend Gelegenheiten hatte es gegeben. Aber hätte das etwas geändert? Wäre das Projekt abgebrochen worden? Wäre vielleicht kein Blut geflossen? Es ist so sinnlos, sich diese Fragen zu stellen, mein Verstand weiß das. Aber die Fragen wissen es nicht. Sie kommen – ohne vorher anzuklopfen und sich zu erkundigen, ob es gerade passt.“

Meine Meinung:

12 Jugendliche ergreifen die Chance bei einem Filmprojekt auf einer Inselgruppe vor der Küste Rio de Janeiros mitzumachen. Isola ist eine einsame Insel, die früher einmal als Rehabilitierungsanlage für Verbrecher geplant war und auf der jeder Winkel mit einer Kamera überwacht wird. Für den Fortgang des Films sind die Jugendlichen allein verantwortlich, bis sie schließlich eine mysteriöse Spielanleitung finden, in dem einer von ihnen die „Mörderkarte“ zieht, während die anderen seine Opfer sind. Sie können einander nicht mehr vertrauen und schwierig wird es vor allem, als sich Vera in Solo verliebt, ohne zu wissen ob er vielleicht ein böses Spiel treibt…

 

Die Idee hinter der Geschichte ist nicht neu. Big Brother ist bei uns immer noch ein Thema und diesen Voyeurismus bemerkt man auch in Isola. Außerdem hat mich die spannende, thriller-artige Seite stark an „LOST“ erinnert. Ich finde die Kombination aus beiden ist gut gelungen und ich hätte auch gut und gerne noch ein paar Seiten länger auf der Insel verweilen können.

Isabel Abedi schreibt einfach toll und sie ist eine meiner Entdeckungen in diesem Jahr. Auch hier ist ihr Schreibstil wieder so gewählt, dass man alles leicht versteht, aber immer wieder kleine Dinge liest, die einem später erst klar werden können. Sie schafft es immer wieder die Spannung ins Unermessliche zu steigern und genau am richtigen Punkt alles aufzulösen, ohne dass man etwas geahnt hat.

Wie in den meisten ihrer Jugendromane spielt auch hier eine Liebesgeschichte eine große Rolle. Vera, die Protagonistin, verliebt sich in den stillen Solo und steht im Zwiespalt. Sie hat zum ersten Mal in ihrem Leben das Gefühl, sich jemandem öffnen zu können, doch kann sie Solo vertrauen oder ist er der „Mörder“? Isabel Abedi schafft es sehr gut diesen Zwiespalt zu beschreiben und man fühlt richtig mit Vera mit und hofft, dass sich ihre Befürchtungen nicht erfüllen.

Hinter Vera steht auch eine traurige Familiengeschichte. Sie ist ein Adoptivkind und stammt ursprünglich aus Brasilien. Sie hat e gut mit ihren neuen Eltern getroffen, aber sie hat immer wieder das Gefühl, dass ihr etwas fehlt. In Brasilien will sie Kontakt zu ihrer älteren Schwester aufnehmen und die kurzen Eindrücke in Rio machen einen beklemmenden Eindruck auf sie. Diese große Sehnsucht und der Wille in ihrer Vergangenheit zu forschen ziehen sich durch das ganze Buch und lenken etwas ab von den Geschehnissen auf der Insel, was manchmal doch eine entspannende Wirkung hat.

Isola ist wieder ein toller Jugendroman mit dem typischen Kick von Isabel Abedi, großer Emotionalität und einer authentischen Erzählweise.

Bewertung:


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  1. November 19, 2009 um 7:12 pm

    Fast hätte es sich gegen Terry Pratchett (meine aktuelle Lektüre) durchgesetzt. Nach deiner positiven Meinung verspreche ich mir noch mehr davon und muss es wohl wirklich bald mal „vom SUB lesen“ 😉

    Beste Grüße Katrin

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