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Archive for Oktober 2009

Frankfurter Buchmesse 2009

Oktober 27, 2009 13 Kommentare

Am letzten Samstag, den 17.10.2009 habe ich zusammen mit meinem Freund die Frankfurter Buchmesse besucht. Es war mein erstes Mal und ich wusste nicht was mich erwartet. Ich hatte mir drei Lesungen ausgesucht und so sind wir gegen 10 Uhr in der Halle 3.0 aufgeschlagen.

Es war brechend voll. Ich hatte zwar einen großen Andrang erwartet, aber das hat mich doch geplättet. Wir haben dann versucht uns zu orientieren und sind dann gleich zum Kinder – und Jugendbuchforum zur Lesung von Isabel Abedi. Leider waren wir etwas spät dran, so dass wir uns ziemlich weit hinten hinstellen mussten. Doch es hat sich gelohnt!!!!!

DSC_4056Ganz klein kann man sie sehen 😉

An Frau Abedis Seite war ihr Mann, der ihre Lesung mit schönen Gitarrenklängen untermalt hat. Vor allem hat mich aber ihre Lesestimme vom Hocker gehauen. Ich fand es wirklich wunderschön und hatte an einigen Stellen sogar Gänsehaut. Sie hat einige Stellen aus ihrem aktuellen Roman „Lucian“ gelesen und ich hatte immer im Kopf: DAS muss ich lesen!!! Nach der letzten Zeile haben die Zuschauer eine Slideshow mit Fotos von Schauplätzen aus dem Roman gesehen. Ebenfalls begleitet von ihrem Ehemann. Danach war noch Zeit für einige Fragen und sie erklärte, wieso die Cover ihrer Jugendbücher sehr ähnlich aussehen. Diese Art des Covers nennt man Autorenmarke. So erkennt man im Buchhandel gleich: Ach ein neues Buch von Isabel Abedi.

Mein Freund liest zwar auch gern, aber er wollte sich nach der Lesung lieber bei den Sachbüchern umschauen, während ich zu Herrn Marzi wollte. Ich habe mich also gleich am Arenastand postiert und gewartet bis die liebe Melli mir telefonisch mitteilte, dass der Autor aus Krankheitsgründen nicht kommen kann. Ich habe mich dann also wieder mit meinem Freund getroffen und wir sind noch ein wenig herumgeschlendert. Die Vielfalt hat mich vollkommen erschlagen und ich denke, dass es vielen bei ihrem ersten Besuch so geht. Ich habe mir hier und da eine Leseprobe eingepackt und alles einfach auf mich wirken lassen.

DSC_4057 Letztendlich landeten wir bei den Comics und Mangas. Es waren sehr viele „verkleidete“ Menschen dort anzutreffen. Ich muss sagen, dass einige wirklich sehr komisch aussahen. Aber viele hatten sich richtig Mühe gegeben und sahen wirklich klasse aus!!! Ich bewundere die Kreativität dieser Menschen und ich frage mich, ob ich nicht auch mal einen Manga lesen sollte?!

Hier seht ihr übrigens eine meiner Lieblingsnintendofiguren: Link!!! Auf dem Heimweg ist und ein Paar begegnet, dass als Zelda und Link verkleidet war. Ich fand das richtig toll!!!!

Zwischendurch sind wir dann mal nach draußen gegangen, um etwas frische Luft zu bekommen. Ich bin kein Fan großer Menschenansammlungen und um die Mittagszeit wurde es mir irgendwann einfach zu viel. Ich brauchte einfach eine Pause und musste auch einmal etwas essen. Ich bin sehr froh, dass wir Essen dabei hatten, denn die Preise waren wirklich horrend. 3 oder 4 Euro für eine Bratwurst finde ich ganz schön happig!!!!!

DSC_4058Ich wollte ja unbedingt zur Lesung von Kai Meyer und ich wollte einen Sitzplatz.  Somit haben wir uns recht zeitig auf den Weg zurück ins Kinder- und Jugendbuchforum gemacht. Dort begann gerade die Lesung von Sabine Bohlmann, die im übrigen die Stimme von Lisa Simpson ist. Doch was viel wichter ist: die Frau hat mal bei „Marienhof“ mitgespielt und zwar zu den Zeiten, in denen ich Marienhof geguck habe. Und sie zu sehen fand ich toller, als die Sybille Weischenberg 😉

Sabine Bohlmann hat in ihren Kinderbüchern eine Figur namens Wummelie geschaffen und ich fand das Buch sehr schön. Ich denke ich würde es meinen Kindern auf jeden Fall zu lesen geben.

DSC_4061 Dann war es endlich soweit. Kai Meyer kam auf die Bühne und ich hatte das Gefühl als wäre ich auf einem Rockkonzert. Es waren auf einmal so viele Menschen da. Unglaublich, dass ein Autor mit einer Lesung einen solchen Auflauf auslöst.

Gelesen wurde natürlich aus „Arkadien erwacht“. Fleissige Blogleser wissen, dass ich vollkommen verliebt in dieses Buch bin. Er hat tatächlich die erste Begegnung von Rosa und Alessandro gelesen und dann noch die Stelle, als die beiden von der Insel fliehen.

Danach hat auch er sich viel Zeit für Fragen genommen und als ich war fragen wollte, war leider die Zeit vorbei. Er hat und erzählt wie er auf die Idee zu dem Roman kam, an was er gerade arbeitet (Fortsetzung *g*) und das die Reihe nicht als Trilogie festgelegt ist, sondern auch mehr Bände beinhalten kann. Den Run auf das Signieren habe ich mir gespart, aber für mich beschlossen, dass ich noch eine Lesung von ihm besuchen werde!!!

Danach haben mein Freund und ich dann noch die ausländischen Verlage besucht. Die Hallen waren angenehm leer und es war schon interessant, was es dort zu sehen gab. Die Halle mit den britischen Verlägen haben wir aber ausgespart, weil ich keine Lust auf eine erneute Taschenkontrolle hatte. Schließlich haben wir das Messegelände verlassen und sind noch in den Hugendubel eingefallen.

Fazit: Die Buchmesse hate mir sehr viel Spaß gemacht, allerdings würde ich sie nur noch mit anderen Bücherverrückten besuchen. Mein Freund hat sich leider oft gelangweilt, da er keine Fantasy und schon gar keine Kinder – und Jugendbücher liest. Ich werde auf jeden Fall nochmal hingehen, denn nun weiß ich, was mich erwartet und man kann den Besuch besser planen. Vielleicht sollte man dann ein Bloggertreffen veranstalten?! Nächster Termin: Buchmesse Leipzig. Wer geht mit 😉

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[ Rezension ] Ulrike Schweikert: Pyras. Die Erben der Nacht 03.

Das Buch fand den Weg zu mir…

In diesem Jahr habe ich bereits Nosferas und Lycana, die ersten beiden Bände der Jugendfantasy-Reihe von Ulrike Schweikert gelesen. Sie haben mir sehr gut gefallen und so kam ich nicht umhin mir den dritten Teil vorzubestellen.

Klappentext:

Europa, 1879: Die Macht der letzten Vampir-Clans ist am Schwinden. Um das Überleben der Vampire zu sichern, beschließen die Altehrwürdigen, ihre Nachkommen fortan gemeinsam zu unterrichten. Bei den Pyras, den Herrschern über das unterirdische Paris und seine Ratten, geht die Ausbildung ins dritte Jahr. Doch im Labyrinth unter der Metropole lauert ein alter Feind – und er ist gefährlicher den je. Der Vampirjäger ist zurück, mit einer Waffe, die für die Geschöpfe der Nacht den Untergang bedeuten könnte…

Meine Meinung:

Alisa und Tammo de Vamalia sind aufgeregt. Dieses Jahr soll die Ausbildung der Erben der Nacht endlich bei ihnen in Hamburg stattfinden. Sie freuen sich sehr darauf ihren Freunden Hamburg mit seinem Hafenviertel, dem Jungfernstieg und dem Michel zeigen zu können. Die anderen Erben zeigen sich recht unbeeindruckt dessen, was sie von den Vamalia lernen können. Das Wissen über die Menschheit scheint ihnen weniger nützlich, als eine neue Kraft, die sie und ihr Dasein besser schützt.  Doch es soll alles anders kommen. Die Hamburger planen den Bau der Speicherstadt und deswegen muss das Haus des Clans weichen. Die Altehrwürdigen beschließen die jungen Vampire nach Paris zuschicken, so wie es eigentlich geplant zu sein schien. Dort erwartet Sie das dunkle, unteriridische Tunnelsystem mit seinen Ratten, raue Umgangsformen, das Phantom der Oper und der Vampirjäger, der ihnen schon aus Rom bekannt ist.

Endlich ein neuer Teil der Erben der Nacht Reihe von Ulrike Schweikert. Nach den Erlebnissen in Irland finden wir uns nun in Paris wieder. Ulrike Schweikert entführt uns in die Rohre, Abwasserkanäle und Katakomben der Stadt. Die Stadt lebt in Angst und Schrecken vor dem sagenumwobenen Phantom der Oper, der sein Domizil ebenfalls in der Unterwelt hat. Mich persönlich hat die Darstellung der Unterwelt nicht überzeugt. Ich habe mich nicht gefühlt, als wäre um mich herum alles dunkel und feucht, sondern ich die Geschichte war für mich immer genauso wie als spielte sie an der Oberfläche.

Ich muss zugeben, dass ich im Mittelteil des Buches nicht mehr richtig drin war. Die Geschichte hat mich einfach nicht mehr gepackt. Der Anfang in Hamburg war spitze, aber in der Unterwelt von Paris passierte zuerst irgendwie nichts. Man lernte das Phantom kennen, von dem ich persönlich schon vor dem Buch ein großer Fan war, aber sonst?! Erst nach etwa zwei Dritteln des Buches kam wieder Spannung rein. Die Vampire befällt eine merkwürdige Krankheit und man drängt förmlich darauf zu wissen, was ihnen schadet. Dies hat die Lektüre für mich eindeutig gerettet.

Wieder zu loben ist Ulrike Schweikerts Kunst wahre Begebenheiten und Personen mit ihrer Vampirgeschichte zu verbinden. Man hat als Leser nicht das Gefühl einen fantastischen Roman zu lesen, sondern eher einen Historischen. Sie beschreibt das Paris in dieser Zeit wirklich treffend und bildhaft, wenn man mal von der Unterwelt absieht. Besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit Bram Stocker und Oscar Wilde. Beides Autoren die ich unbedingt noch Lesen möchte und die einfach ebenso in die Reihe um die Erben der Nacht gehören wie die jungen Vampire selbst.

Letztendlich bin ich von Pyras nicht enttäuscht, aber auch nicht angetan. Ähnlich wie Lycana kommt es für mich persönlich nicht an die Spannung aus Nosferas heran. Trotz allem bin ich jetzt wieder gespannt welcher Clan uns im vierten Teil erwartet und wie einige offene Fragen geklärt werden.

Bewertung:

sternsternsternstern

Kategorien:Fantasy, Kinder-/Jugendbuch Schlagwörter: , ,

Neuzugänge #7

Oktober 21, 2009 3 Kommentare

Heute kam mein Paket von Vorablesen an.  Ich durfte mich letzte Woche über den Gewinn von Der Christmas Cookie Club von Ann Pearlman freuen.  Das Buch passt sicher wunderbar in die kalte Jahreszeit und ich werde hoffentlich schöne Lesestunden mit Tee und Lebkuchen haben.

Auf der Rückseite steht, dass ich in diesem Buch auch noch ein Rezeptheft von Dr. Oetker finden werde. Da ich es erstmal eingepackt lasse, weiß ich nicht ob dem wirklich so ist.

Übrigens habe ich gestern in Lucian reingelesen…Das erste Kapitel hat mir schonmal sehr gut gefallen und ich vermute, dass ich gleich weiterlesen werde…

Kategorien:Neu im Regal, Weiberkram

Lewis Carroll: Alice’s Adventures in Wonderland

Das Buch fand den Weg zu mir…

Eines meiner „3 for 2“ Penguin Popular Classics Exemplare aus meinem Londonurlaub im letzten Jahr. Ich habe früher immer gern die Zeichentrickserie geschaut und wollte einfach gern einmal das Buch lesen.

Klappentext:

One say, young Alice follows a waistcoat-wearing white rabbit down a rabbit hole and finds herself in Wonderland, a realm of the twisted and surreal where logic is absurd and absurdity quite logica. But will Wonderland and ist strange denizens put up with no-nonsense Alice?

Meine Meinung:

Alice, ein kleines Mädchen, sitzt im Garten ihres Elternhauses und schläft ein. In ihren Träumen sieht sie plötzlich ein weißes Kaninchen mit einer Uhr, folgt ihm und fällt schließlich in einen Kaninchenbau. Sie schwebt lange Zeit hinab, bevor sie in einem Flur mit vielen Türen landet. Am Ende findet sie einen Tisch vor, auf dem ein kleiner goldener Schlüssel liegt. Die passende Tür gleicht einem Mauseloch, doch wundersamer weise findet sich ein Fläschchen Milch auf dem „Trink mich“ steht. Alice trinkt, sie schrumpft und findet sich in einer Welt wieder in der es sprechende Tiere, wundersame Pilze, verrückte Teeparties und eine Krocket liebende Herzkönigin gibt.

Ich muss zugeben, dass ich Alice im Wunderland bislang nur als Zeichentrickserie kannte. Beim Lesen hatte ich immer die Titelmelodie im Kopf und Alices kleines Kaninchen Benny Bunny, welches im Buch von Lewis Carroll nicht vorkommt. Somit kannte ich natürlich einige Geschichten, allerdings habe ich somit auch einiges vermisst, das in der Serie hinzugedichtet wurde.

Alice ist ein Mädchen, das immer alles besser weiß. Sie erscheint mir naseweis und verwöhnt, sodass sie mir sehr schnell auf die Nerven ging. Sie ist jedoch auch mutig und nimmt kein Blatt vor den Mund, was ihr einige Stolpersteine in den Weg legt, die sich schnell wieder beseitigen lassen.

Die Figur der Alice zeigt viele „schlechte“ Charakterzüge auf. Sie denkt nicht nach, bevor sie spricht, sie unterbricht andere im Gespräch, trinkt unbekannte Flüssigkeiten und vieles andere. In diesem Märchen zeigt der Autor, was passiert, wenn man sich dieser Regeln widersetzt und wohin es führen kann.

Der Leser wird selbstverständlich viele der bekannten Personen wiederfinden. Besonders gefallen haben mir der verrückte Hutmacher und die Herzkönigin. Gerade bei Letzterer musste ich oft schmunzeln.  Auch andere Figuren wie die Herzogin, das weiße Kaninchen, die Raupe mit dem magischen Pilz fehlen natürlich nicht. Wie schon in Rezensionen anderer Blogger angesprochen fehlten auch mir Tweedledee und Tweedledum. Die mochte ich als Kind besonders gern.

In meiner Ausgabe findet man im Buch viele Illustrationen, die mir beim Lesen oft sehr geholfen haben. Einige Figuren waren mir vollkommen unbekannt und anhand der Bilder konnte ich mir diese besser vorstellen. Die Sprache an sich ist mir recht leicht gefallen, doch an einigen Stellen hatte ich einige Probleme und musste auch ab und an etwas nachschlagen, da ich es aus dem Kontext heraus leider nicht verstehen konnte.

Als Fazit bleibt mir nur zusagen, dass mir das Buch weder schlecht noch gut gefallen hat. Ich kannte schon viele Dinge und bin durch die Serie doch stark vorbelastet, so dass ich so vieles vermisst habe. Trotz allem ist Alice’s Adventures in Wonderland eine schöne und kurzweilige Geschichte und zudem mein erster englischer Klassiker, den ich freiwillig gelesen habe.

Bewertung:

sternsternsternsterna

Neuzugänge #6//SuB-Losverfahren

Oktober 17, 2009 2 Kommentare

SuB-Abbau?! Was ist das?

Ich habe in diesem Monat schon einiges abgebaut, aber dann kam mir etwas dazwischen und es wird mir auch noch einiges dazwischen kommen.

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Frank Schätzing – Limit

Kommt jetzt noch nicht auf den SuB, da ich erstmal abwarte was mein Freund dazu sagt. Er hat es sich bestellt und wenn er es blöd findet, dann will ich mich nicht durch die rund 1300 Seiten quälen.

Volker Klüpfl/Michael Kobr – Erntedank

Hab ich nicht bezahlt. Sozusagen ein Geschenk 😀

William Goldman – Die Brautprinzessin

J.R.R. Tolkien – Der Hobbit

Tad Williams/DeborahBeale – Die Drachen der Tinkerfarm

Diese Bücher wurden mir freundicherweise vom Klett-Cotta Verlag als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!!!

Dann war ich ja heute auf der Buchmesse und dort habe ich die Lesung von Isabel Abedi besucht. Ein genauer Bericht folgt. Die Lesung war sehr schön und hat mein SuB-Gewissen verdrängt, so dass ich mir noch Lucian gegönnt habe.

…es sind auch noch 2 Bücher zu mir unterwegs…

Dann möchte ich auch noch auf das SuB-Losverfahren von Kari hinweisen.

losverfahren3Diese Aktion  geht jetzt mittlerweile in die dritte Runde und es darf jeder mitmachen, der einen SuB hat. Mir hat es beim letzten Mal großen Spaß gemacht und ich freue mich auch wieder darauf. Lostag ist der 24.10.2009 und bis dahin kann sich jeder auf Karis Blog anmelden.

So funktioniert’s: Jeder Teilnehmer nennt im Beitrag „Teilnehmer der 3. Runde des Sub-Losverfahrens“ (der natürlich erst noch folgen wird) seinen aktuellen SuB-Stand. Anschließend werde ich durch Los ermitteln, wer für wen die Glücksfee spielen darf und eine Zahl – die sich im Rahmen des SuBs bewegt auswählen darf (ohne des Stapel ungelesener Bücher des anderen zu kennen)! Falls das genannte Buch ein Folgeband einer Reihe ist, wird der erste bzw. der als nächstes zu lesende Band herangezogen.

Die Aktion ist dann zu Ende, wenn alle Teilnehmer ihre Bücher gelesen (oder offiziell abgebrochen) haben. Dabei gibt es keinen vorgegebenen Zeitraum, aber es sollte sich schon in einem angemessenen Rahmen bewegen – der ungefähr 1 Monat beträgt. Danach wird dann wieder neu ausgelost (und das lässt sich so lange fortführen, bis keiner mehr einen SuB hat). Aussteigen kann man natürlich jederzeit.

Es wäre toll, wenn jeder zu seinem gelesenen Buch auch eine Rezension schreiben würde, die ich hier natürlich verlinken werde. Dies ist aber keine Bedingung für eine Teilnahme, da auch nicht jeder Teilnehmer unbedingt einen Blog haben muss.

Kategorien:Neu im Regal, SUB

Kai Meyer: Arkadien erwacht

Oktober 14, 2009 7 Kommentare

Das Buch fand den Weg zu mir…

Kai Meyer hatte sein neues Werk Arkadien erwacht schon seit längerem bei Twitter angekündigt. Beeindruckt hatten mich hier vor allem die Bilder der Originalschauplätze, so dass ich mir das Buch vorbestellt hatte und es gleich nach Ankunft lesen musste.

Klappentext:

Sie wartete. Zögerte. Dann zog sie den Kopf zurück, bevor sich ihre Lippen berühren konnten. Einen Herzschlag lang sah er verletzt aus, aber dann lächelte er, blinzelte in die Sonne und sagte: „Wenn es so weit ist, dann will ich dabei sein.“ „Wenn was so weit ist?“ „Wenn du allen anderen nicht mehr in die Augen schaust, als hätten sie dir gerade den Krieg erklärt. Und wenn du merkst“ – er deutete nach vorn über die Schlucht -, „dass manches zwar aussieht wie das Ende der Welt, sie in Wahrheit aber weitergeht, drüben auf der anderen Seite.“

Meine Meinung:

Die Geschichte dreht sich um Rosa Alcantara und Alessandro Carnevare, die Nachfahren zweier großer Mafiafamilien die auf Sizilien und in ganz Italien ihr Unwesen treiben. Die beiden lernen sich zufällig auf einem Flug kennen und ahnen zu Beginn nicht wie sehr sich ihre Geschichte ineinander verweben wird. Rosas Leben ist ein Scherbenhaufen. Sie flüchtet auf das Anwesen ihrer Tante, ohne zu wissen ob das wirklich die richtige Entscheidung war. Alessandro hingegen weiß genau was ihn auf Sizilien erwartet. Er soll das Erbe seines Vaters antreten und er weiß, dass er sich dadurch in Lebensgefahr begibt.  Der Leser gerät zwischen die Fronten der beiden verfeindeten Mafiafamilien und erfährt vieles über die Intrigen und Lügen in der eigenen, sowie auch in der fremden Familie. Mittendrin stehen Rosa und Alessandro und zwischen ihnen entsteht eine Liebe wider jegliche Vernunft.

Kai Meyer  hat es geschafft, ein Buch zu schreiben, welches voller Emotion, Spannung und Information ist, so dass der Leser sich auf keiner Seite langweilt. Man muss jedes Wort jeden Satz und jede Silbe einfach in sich aufsaugen, um die Hintergründe und die ineinander verwebten Geschichten zu begreifen und in ein Ganzes zu bringen. Dabei ist es keineswegs schwer verständlich oder gar anstrengend zu lesen, sondern man wird einfach in die Geschichte eingesogen und kann gar nicht anders als immer weiter zu lesen. Die richtige Stimmung im Mafia-Stil schafft er gleich zu Anfang. Rosa findet auf ihrem Ipod gähnende Leere bis auf ein Lied: My Death von Scott Walker. Ich empfehle jedem Leser dieses Lied einmal anzuhören, denn es versetzt einen genau dorthin wo man in diesem Moment sein möchte: In das Italien der großen Mafiazeit.

Wer hinter der Kurzbeschreibung einen Abklatsch von Shakespeares Romeo und Julia vermutet, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Grundlage, die verbissene Feindschaft zweier Familien und die aufkommende Liebe der jungen Sprösslinge ist sicher die gleiche, aber die Umsetzung ist für mich einmalig. Die Beziehung zwischen Rosa und Alessandro ist keine rein romantische, sondern hat auch immer einen leidenschaftlichen und animalischen Unterton. Zudem wissen beide um ihre Pflichten, die Ihnen oftmals schmerzhaft bewusst werden. Auch die Darstellung der Mafia, bei der ich Angst hatte, dass es in Klischees ausartet, hat mich wider Erwarten sehr begeistert. Ich bin kein großer Fan von Der Pate und ähnlichem, aber in Arkadien erwacht spürt man regelrecht die ständige Gefahr in der sich die Protagonisten befinden, was die Spannung stetig auf dem Höhepunkt hält.

Auch fantastische Elemente lässt der Autor in die Geschichte einfließen. Dieses setzt er um, in dem er griechische Mythen mit der heutigen Zeit verknüpft. Doch ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, um niemandem die Spannung zu nehmen. Nur so viel: Die Familien tragen ein Geheimnis in sich, dass jederzeit ausbrechen und zur Gefahr werden kann.

Durch das Lesen des Merle-Zyklus hatte ich von Kai Meyer wieder einen gnadenlosen Cliffhanger erwartet, doch zu meiner Überraschung ist dem nicht so. Arkadien erwacht lässt sicherlich wieder einige Fragen offen, doch an sich sind ein Großteil der Handlungsstränge in sich abgeschlossen und lassen den Leser doch recht zufrieden zurück. Trotzdem steigt die Vorfreude und die Spannung auf den Folgeband, da man Rosa und Alessandro einfach nicht verlassen möchte und wissen will, welches Geheimnis die Arkadischen Dynastien bergen.

Arkadien erwacht hat mich sehr berührt. Selten habe ich bei einem Buch so viele Emotionen empfunden wie bei diesem.  Beim Lesen war ich hin und hergerissen zwischen Freude, Traurigkeit, Spannung, Wut und Angst und ich habe mich förmlich in die beiden Protagonisten verliebt. Kai Meyer hat eine Welt geschaffen, in der sich Realität und Fantasie fast sanft vermischen, so dass ich mich jetzt schon nach Sizilien zurücksehne.  Ich habe ehrlich gesagt gerade nicht wenig Lust die Schauplätze einmal selbst zu bereisen, doch vorher werde ich sicher noch ein zweites Mal in diese Geschichte eintauchen.

„Eines Tages“, sagte sie, „fange ich Träume ein wie Schmetterlinge.“

„Und dann?“, fragte er.

„Lege ich sie zwischen die Seiten dicker Bücher und presse sie zu Worten.“

„Was, wenn jemand immer nur von dir träumt?“

„Dann sind wir beide vielleicht schon Worte in einem Buch. Zwei Namen zwischen all den anderen.“

Kai Meyer – Arkadien erwacht S.11

Bewertung:

sternsternsternsternstern

Am liebsten würde ich noch einen Extrastern vergeben, aber 5 Sterne ist leider das Maximum.


[ Ich lese gerade ] Kai Meyer: Arkadien erwacht

Oktober 11, 2009 6 Kommentare

1. Satz

„Eines Tages“, sagte sie, „fange ich Träume ein wie Schmetterlinge.“

Was ein toller Satz und was ein tolles erstes Kapitel mit dem Titel „Das letzte Kapitel“. Ich habe gestern gleich mit  Arkadien erwacht begonnen und habe ca. 60 Seiten gelesen und bin schon jetzt vollkommen begeistert. Es ist bisher einfach nur schön.