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Archive for Juli 2009

Christoph Marzi: Lycidas

Juli 29, 2009 7 Kommentare

Das Buch fand den Weg zu mir…

indem ich es vor einiger Zeit einfach mal kaufte und dann auf meinen SuB legte. Genauso wie den Rest der Reihe.

Klappentext:

Die Welt ist gierig, und manchmal verschlingt sie kleine Kinder mit Haut und Haaren.

Es geschehen seltsame Dinge in London. Im Waisenhaus des grausamen Mister Dombey traut die kleine Emily Laing ihren Augen nicht, als sie eines Morgens in der Küche von einer Ratte angesprochen wird, die sich höflich als Lord Hironymus Brewster vorstellt. Eine Sinnestäuschung? Nein, denn bald darauf bleibt Emily nichts anderes übrig, als an die Existenz von wundersamen Wesen zu glauben – als sie nämlich Zeugin wird, wie ein Werwolf eines der Mädchen aus dem Schlafsaal für Neuzugänge stiehlt. In Begleitung der Ratte – sowie eines Elfen namens Master Maurice Mickelwhite und des mürrischen Alchemisten Wittgenstein – macht sich Emily auf die Suche nach der verschwundenen Mara. Die Spur führt die Gefährten in die Uralte Metropole, eine geheimnisvolle Stadt unter der Stadt, ein dunkles, gefährliches Reich, in dem gefallene Engel hausen und antike Gottheiten über das Schicksal der Menschen walten. Doch was steckt wirklich hinter den Kindesentführungen, von denen London regelmäßig heimgesucht wird? Und wer ist der mysteriöse Herrscher der Uralten Metropole, der sich Lycidas nennt?

Meine Meinung:

Ich denke es ist sehr schwer dieses Buch in Worte zu fassen. Ich bewundere Christoph Marzi für dieses einzigartige Werk, denn etwas dergleichen habe ich noch nicht gelesen. Man vermutet einen Fantasyroman und stellt dann fest welch breites Feld doch vorkommt. So bedient sich der Autor Mythen und Sagen, Bibelgeschichten, der Antike und Figuren aus der Literatur wie zum Beispiel Charles Dickens oder John Milton. Ich glaube auch, dass man beim ersten Lesen gar nicht alle Einzelheiten erfassen kann und sich sicher noch viel mehr, weniger offensichtliches versteckt hält.

Die Grundidee der Uralten Metropole fasziniert mich sehr. Eine Stadt unter der Stadt und dann auch noch mitten in London. Ich konnte mir die einzelnen Schauplätze sehr gut vorstellen und bin beim Lesen regelrecht abgetaucht in diese Welt. Dort lebt Emily Laing, ein Mädchen das nicht perfekt und auf diese Art so liebenswert ist, dass man sie einfach mögen muss. Gerade der Freundschaftsaspekt zwischen ihr und Aurora Fitzrovia hat mich oft sehr bewegt, da man sowohl die guten, als auch die dunklen Seiten einer Freundschaft gezeigt hat. Dazu später mehr. Besonders angetan hat es mir aber Mortimer Wittgenstein (allein schon der Name ist doch toll. Grüße an Mama), der die Geschichte erzählt, von dem man aber eigentlich noch nicht so viel erfahren hat. Wittgenstein erzählt die Geschichte und an manchen Stellen wird der Handlung auch schon vorgegriffen, was der Spannung aber keinen Abbruch tut, sondern eher als eine Art Teaser wirkt.

Der Hauptaspekt ist allerdings der Kampf zwischen Gut und Böse, wobei die Grenzen dazwischen immer mehr verschwimmen. Je weiter man liest, desto mehr beginnt man zu hinterfragen und zu überlegen, was wirklichdas Gute ist und was das Böse. Ich habe für mich festgestellt, dass es immer etwas gibt, was noch böser ist und das nicht alles gut ist, was gut zu sein scheint.

Es gibt keine Zufälle!

Heaven, I’m in Heaven and my Heart beats so that I can hardly speak…

Bewertung:

sternsternsternsternstern

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Kategorien:Fantasy

Irvine Welsh: Trainspotting

Dies ist eine Gastrezension meines Freundes.

Klappentext:

„Ein schonungsloses und kraftstrotzendes Buch über eine Höllenfahrt. Leith, ein Vorort von Edinburgh. Hier gibt es nur noch die, die schon immer hier waren. Und Iggy Pop, Drogen, Fußball und Bier. Junkies und Psychos. Boyz n Girlz. Ein Roman wie ein schlechter Tag. Aber das muss ja morgen nicht schon wieder so sein“

Meine Meinung:

Keine Vorgeschichte, keine Charakterisierung. Wie der Klappentext, so das Buch. Das Buch fängt ohne große Erzählung mitten im Leben an und die Kapitel ziehen sich wie eine Achterbahn durch das Buch. Man weiß am Anfang nie, in welcher Ich-Perspektive nun erzählt wird. Es gibt auch nicht wirklich einen roten Faden, die Episoden könnte man auch ohne Probleme kreuz und quer lesen.

Einen kleinen Handlungsstrang gibt es trotzdem: Es geht im großen und ganzen um eine Clique des Edinburgher Vorortes Leith, alle entweder drogen- oder alkoholabhängig, die sich durchs Leben schlagen. Bislang hört sich das nach einem ganz normalen Buch an, wäre nicht die besondere Detailgenauigkeit und der Erzählstil. Irvine Welsh schreibt schamlos und direkt und macht kein Halt vor Tabu-Themen. Da wird der Fetisch des Töten eines Skinhead-Pitbulls als Trophäe genauso detailliert und vielleicht auch ein bisschen glorifizierend beschrieben wie auch das Suchen seiner Drogen in einer Toilettenschüssel mit defekter Spülung mitten einem vielbesuchten Pub. Und natürlich auch immer wieder die Sucht nach dem nächsten Kick, sei es gestreckt aus Ermangelung an freien Stichstellen direkt zwischen die Beine oder der Mix aus diesen mit diversen Schmerztabletten wegen einem amputierten Bein, weil eine Arterie für den Schuss herhalten musste.

Das Buch ist also nichts für schwache Nerven und der Erzählstil ist im typischen Slang gehalten. Man gewöhnt sich an diesen aber schnell und liest das Buch schnell runter. In der englischsprachigen Originalausgabe ist alles im schottischen Dialekt verfasst und ich denke mal, dadurch wird die ganze Geschichte noch intensiviert. Mit den Antihelden des Buches baut man keine persönliche Beziehung auf, deren Schicksale sind durch die Drogen selbst hinzugeführt. Der Leser erlebt auch einen Entzug mit all seinen Facetten und einer Schreibweise, die von abstrakten Gedichten gleicht.

Bewertung:

sternsternsternstern

Ich will aber nicht zu viel verraten und gebe dem Buch 4 Sterne, da es nachdem man sich an den Schreibstil gewöhnt und die Geschichte begriffen hat eine sehr interessante Handlung beinhaltet und zurecht eins der besten Bücher der 90er Jahre ist. Warum ich nicht 5 Sterne vergebe? Dafür ist das ganze geschriebene nicht für Jedermann verdaulich…

Augustumfrage

Ich habe meine erste Umfrage erstellt. Ihr findet sie rechts in der Sidebar. Thema für den August ist: Welchen englischen Klassiker soll ich lesen?

Die Umfrage läuft jetzt bis Montag, den 03. August 2009. Ich freue mich über jede Stimme. Wenn es gut läuft, werde ich diese Umfrageaktion jeden Monat machen und immer SuB-Bücher auswählen, die ich mich nie traue zu lesen oder die schon ziemlich lang bei mir herumliegen und die ich einfach immer übergehe.

Ich freue mich über jede einzelne Stimme.

Kategorien:Bloginterna, Umfrage

Neuzugänge #3

Juli 25, 2009 2 Kommentare

Thalia wird mich irgendwann einmal mein Ruin. Aber so ein schönes (lila) Buch mit einem lilanen Lesebändchen musste einfach sein. Dafür habe ich jetzt ein Kaufverbot bzw. ich muss erst einmal was abbauen, aber dafür brauche ich einen Plan.

[Blogparade] Stelle EIN Buch vor!

Juli 24, 2009 2 Kommentare

Melli hat zu einer Blogparade aufgerufen und ich habe mich entschlossen mitzumachen.Sie möchte, dass wir alle EIN Buch aus unserer Sammlung vorstellen und ich habe mich dazu entschlossen, dass Buch zu wählen welches ich schon so viele Male gelesen habe, dass ich es mir schon 2 Mal nachkaufen musste, weil es so zerlesen war.

Kurzbeschreibung:

Was passiert, wenn ein Familienvater erstens seinen 50. nicht feiern und zweitens keine Weihnachtsgeschenke einkaufen will? Er bucht eine Reise nach Afrika, und zwar mit Frau, Kindern und Schwiegereltern. Aber kaum ist die Familie sicher in Kenia gelandet, da beginnen auch schon die Schwierigkeiten und die haarstreubendsten Abenteuer…

Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch zum ersten Mal mit 12 aus der Bücherei ausgeliehen und damals schon Tränen gelacht. Es handelt sich hierbei um den dritten Teil von Evelyn Sanders Reihe um die Familie Bender. Das Familienoberhaupt Florian versucht den Geburtstagsgratulanten zu entfliehen und reist mit Frau, Kindern, Schwager und seiner Schwiegermutter nach Kenia. Alleine schon wie er versucht seine Kinder von der Schule zu befreien oder wie Frau Antonie auf das Leben in Kenia reagiert sind köstlich.

Was mir besonders gut gefällt ist, dass man dieses Buch auch lesen kann und sehr viel Spaß damit hat, auch wenn man die ersten beiden Bände nicht kennt. So habe ich den Hühnerbus als erstes Buch von Sanders überhaupt gelesen. Ich denke auch, dass dieses Buch eigentlich nicht als ein Buch für Kinder geschrieben wurde, aber es einen Teenager, wie ich es damals war, durchaus begeistern kann. Ich bewundere dies sehr und finde es um so schöner, dass mich Frau Sanders Familiengeschichten noch bis heute begleiten. Die Lektüre ist leicht, witzig und so liebevoll beschrieben, dass man es einfach mögen muss. Eben einfach eine schöne Unterhaltung für den Sommer oder für Zeiten in denen man eher leichte Lektüre bevorzugt.

Außerdem haben mich einige Zoten aus ihren Büchern, besonders aber aus diesem hier in meinem täglichen Sprachgebrauch geprägt und der Spruch nach dem Aufstoßen eines Menschens – Sie hörten den Landfunk, es sprach das Schwein. -findet auch heute noch Anklang ;).

Mit den Hauptfiguren in diesem Buch ist man relativ schnell vertraut, den Witz aber machen hauptsächlich die Nebenfiguren aus. Sei da das glatzköpfige, kleine Berliner Männchen, was Lidschatten mit sich herumschleppt um günstig Souvenirs zu ertauschen oder die Gefährten der Benders beim Hochseeangeln oder auf einer Safari.

Trotz allem Spaß und Witz beschreibt Frau Sanders auch die Begegnung mit einem jungen Kenianer, der sie in sein Dorf nach Mombasa bringt. Gerade die resolute Schwiegermutter Frau Antonie beweist hier Stärke, Größe und Mitgefühl.

Das Buch ist sicher keine große Literatur und nicht für jedermann geeignet, aber ich finde es ist es Wert hier vorgestellt zu werden.

Bewertung:

sternsternsternsternstern

Simon Beckett: Obsession

Juli 23, 2009 1 Kommentar

Das Buch fand den Weg zu mir…

…bei einem meiner Besuche bei Thalia im Nordwestzentrum. Da mein Freund die anderen Beckett Bücher gelesen hatte und begeistert war, hatte ich mir sehr viel von diesem Buch versprochen. Ich habe es nun im Zusammenhang mit einer Mini-Leserunde im Büchertreff gelesen.

Klappentext:

Als seine Frau unvermutet stirbt, ist Ben am Boden zerstört. Allein Jacob, Sarahs autistischer Sohn, spendet ihm Trost. Doch während Ben die gemeinsame Wohnung aufräumt, macht er eine ungeheuerliche Entdeckung: Jacob war gar nicht Sarahs leibliches Kind. Offenbar hatte sie den Jungen entführt, als der noch ein Baby war. Fassungslos informiert Ben die Behörden, die Jacobs leiblichen Vater schnell ermittlen. Keiner ahnt, dass damit eine Lawine tödlicher Obsessionen ins Rollen gebracht wird.

Meine Meinung:

Ich habe es endlich geschafft. Ich bin durch und gleich vorweg: Auch wenn es so schön vorne drauf steht, dieses Buch ist definitiv kein Thriller. Für mich hat der Begriff Thriller etwas mit Spannung zu tun. Spannung, die einen das Buch nur schwer zur Seite legen lässt und man immer wissen will wie es denn nun weiter geht. Wer also eine spannende Story vermutet, sollte sich lieber das Geld sparen.

Die Idee finde ich an sich nicht schlecht, nur leider war sie nach ca. 5 Kapiteln schon ausgereizt. Man wusste wer der Vater von Jacob ist (den übrigens nicht wie im Klappentext die Behörden ausfindig gemacht haben, sondern ein Detektiv) und dann wirds langweilig. Es kommt ein ellenlanger Mittelteil, der einen letztendlich einfach nur noch nervt und auch wenn die Story am Ende noch mal etwas an Fahrt gewinnt, so richtig spannend wird es nicht. Die Figuren werden auch sehr oberflächich gezeichnet und ich konnte mich leider überhaupt nicht mit Ben anfreunden, geschweige denn mich irgendwie in ihn hineinversetzen. Auch alle Nebenfiguren hatten irgendwie weder Hand noch Fuß. Da wurden Dinge eingeschoben, die mit der Handlung überhaupt nichts zu tun haben und manchmal hatte ich das Gefühl Herr Beckett will nur die Seiten vollbekommen.

Im Übrigen habe ich den Sinn und Zweck dieses Buches nicht verstanden. Man weiß nicht welches Pferd Jacobs leiblichen Vater Cole geritten hat und wieso Jacob jetzt unbedingt autistisch sein musste. Einzig ein Satz am Ende des Buches schien mir irgendwie damit zusammenzuhängen. Ich denke nicht, dass dies ein Spoiler ist, da man es nicht begreift, wenn man das Buch nicht gelesen hat, somit denke ich, dass ich es gut zitieren kann:

„Du siehst alles als ein System. Ich versuche, eins zu erkennen, und du versuchst, aus einem rauszukommen.“

S. 406

Da ich von vielen gehört habe, dass die David Hunter Reihe besser sein soll, werde ich mich wohl nochmal an ein Buch von Simon Beckett heranwagen, da dies nun eines seiner ersten Werke war und ich ihn deshalb nicht verurteilen möchte.

Bewertung:

sternsternsterna

(Den halben Stern gibts nur, weil ich Black Dagger noch schlimmer fand und Beckett nicht auf eine Stufe damit stellen wollte.)
Kategorien:Krimi/Thriller

Neuzugänge #2

Juli 23, 2009 3 Kommentare

Heute ist mein SuB um 4 Bücher angewachsen. Bestellt bei Amazon habe ich mir vorgestern den Merle-Zyklus von Kai Meyer:

1.)

Die Fließende Königin

2.)

Das Steinerne Licht

3.)

Das Gläserne Wort

Außerdem habe ich heute zum ersten Mal ein Buch zum Rezensieren von Vorablesen bekommen. Darüber habe ich mich besonders gefreut, da ich bisher immer kein Losglück hatte und auch keine Mail bekommen hatte. Vielen Dank an die Glücksfee von Vorablesen, ich freue mich schon riesig auf das Buch.

Judith O’Reilly: Stadt, Land – Schluss

Und der Einband fühlt sich so toll an. Irgendwie weich…